Wer in der vor-digitalen Zeit schwarzweiß fotografiert hat, musste meist mit dem einzigen Typ von schwarzweiß leben, auf den sich das Labor seines Vertrauens festgelegt hatte – es sei denn natürlich, er hatte die Möglichkeit, seine  Aufnahmen selbst zu entwickeln. Im digitalen Zeitalter ist dieses “Selbstentwickeln” zu Regelfall geworden. Im vorhergehenden Teil dieser Serie haben Sie ein Tool kennen gelernt, mit dessen Hilfe Sie Ihre farbigen Digitalaufnahmen auf 16 verschiedene Arten entfärben können.

Nun sind manchem 16 Möglichkeiten längst noch nicht genug. Nicht wenige Profis schwören auf den Kanalmixer, mit dem sich in fortgeschrittenen Bildbearbeitungen wie Photoshop unbegrenzt viele unterschiedliche Schwarzweiß-Tonungen erzeugen lassen. Auf der anderen Seite schätzen viele die Vorzüge fertiger Voreinstellungen, mit denen sich die Fummelei an den Kanal- und anderen Reglern spürbar reduzieren lässt. Deshalb heute ein Tool, das einerseits schier unbegrenzte Möglichkeiten zur individuellen Schwarzweiß-Ausarbeitung bietet, andererseits bereits eine Fülle von Presets mitbringt: Der Virtual Photographer. Dabei handelt es sich um ein kostenloses Plugin für Photoshop und andere Bildbearbeitungsprogramme, die eine kompatible Plugin-Schnittstelle bieten. Wer kein derartiges Programm besitzt, oder wem es zu mühsam ist, ein Plugin einzurichten, kann unter obigem Link stattdessen das “Virtual Studio” herunter laden, eine Mini-Bildbearbeitung, in die der Virtual Photographer bereits eingebaut ist.

Was kann der Virtual Photographer? Zunächst ein paar Bildbeispiele:

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein..

Virtual Photographer im Einsatz

preset-auswahl Um ein Bild mit dem Virtual Photographer zu bearbeiten, öffnen Sie es zunächst mit Ihrer Bildbearbeitung und rufen von dort aus den Virtual Photographer auf. Das geöffnete Bild erscheint nun innerhalb der Arbeitsoberfläche als Vorschau. Wenn Sie die Option “Half” markieren, teilt der Virtual Photographer die Vorschau in zwei Hälften: Die linke Hälfte zeigt, wie das Bild nach dem Anwenden der Einstellungen aussehen wird, die rechte zeigt weiterhin das Ursprungsbild. Direkt ins Auge fällt die große Auswahl von Presets. Unter “Black and White” finden sich, wie nicht anders zu erwarten, eine Fülle von vorgefertigten Schwarzweiß-Tonungen, angereichert um spezielle Effekte, die helfen, die Bildwirkung zu verstärken.

film-auswahl Wem die Presets nicht genug Möglichkeiten bieten, der kann aber auch ein ganz individuelles Set von Tonung, Farbfiltern, Körnigkeit und anderen Effekten zusammenstellen. Dazu dient zunächst einmal das Register “Film”, mit dessen Hilfe der Anwender zwischen je zwei Arten von (simuliertem) Negativ- oder Diafilm wählen kann. Auch die Lichtempfindlichkeit des simulierten Films lässt sich variieren, entsprechend passt der Virtual Photographer das Filmkorn an.

Helligkeit, Kontrast und Filmkorn lassen sich per Schieberegler dann noch weiter individualisieren. Ein Klick auf die Schaltflächen neben diesen Schiebereglern stellt übrigens die jeweiligen Standard-Einstellungen wieder her.

effekt-tonung Den eigentlichen Schwarzweiß-Effekt verändern Sie über die Regler im Register “Style”. Hier können Sie die Verwendung eines farbigen Filters bei der Aufnahme simulieren, die im Schwarzweiß-Bild zur Hervorhebung oder Abschwächung von Bildelementen führt. Über das Pulldown-Menü “Effect” können Sie einen Weichzeichner hinzu fügen, die Wirkung eines Verlaufsfilters simulieren und ähnliche Effekte erzielen. Über das Pulldown-Menü “B/W” verändern Sie die Tonung des Schwarzweißbildes. Über die Schieberegler unter den Pulldown-Menüs beeinflussen Sie die Intensität, mit der die gewählten Vorgaben zum Einsatz kommen.

Sind Sie mit einem selbst erstellten Effekt wunschlos glücklich, können Sie ihn per Klick auf “Save to folder” für die Zukunft speichern und später über die “Presets” auf Ihre Bilder anwenden.

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