Im besten Fall ärgerlich, im schlimmsten Fall eine Katastrophe: Auf der – eigentlich – mit etlichen hundert Aufnahmen gefüllten Speicherkarte scheint plötzlich gähnende Leere zu herrschen. Die Suche nach dem Schuldigen ist müßig – von einer versehentlichen Fehlbedienung über einen Fehler in der Kamera-Firmware bis zu einer ab Werk schadhaften Speicherkarte reicht die Palette möglicher Ursachen. Viel wichtiger ist es, jetzt zu retten, was zu retten ist.

Sofortiger Aufnahmestop

Schon so mancher ist in einer solchen Situation auf die Idee gekommen, die Speicherkarte in der Kamera zu belassen und einfach noch ein paar Aufnahmen zu schießen, in der Hoffnung, die Speicherkarte werde sich dabei irgendwie “wieder fangen”. Gewöhnliche Folge: Die Kamera überschreibt mit den neuen Aufnahmen den Speicherplatz, an dem sich einige der verlorenen Aufnahmen befunden haben – und die sind damit unwiederbringlich verloren. Oberstes Gebot im Fall eines Kartenfehlers ist es deshalb, die Karte zunächst vor weiteren Schreibzugriffen zu schützen. Achtung! Der mechanische Schreibschutz an SD-Karten versteht sich eher als “Empfehlung”, einige Kameras ignorieren schlicht die Position des Schiebers. Bis Sie sich an die Datenrettung machen können, entfernen Sie die Karte also besser aus der Kamera.

Datenrettung per Software

Es gibt inzwischen etliche Programme, die es zur Aufgabe haben, Dateien von defekten Datenträgern wiederherzustellen. Die gute Nachricht: Eine der bislang zuverlässigsten Lösungen, gerade, wenn es darum geht, Fotos von Speicherkarten zu retten, PhotoRec, ist kostenlos und arbeitet gleichermaßen unter Windows, Linux, Mac OS X und noch ein paar Betriebssystemen. Die schlechte Nachricht: Das Programm verfügt über keine grafische Benutzeroberfläche. Statt mit der Maus steuern Sie das Programm deshalb mit den Richtungstasten, der Leertaste und der Eingabetaste. Hier eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Schritt 1: Medium auswählen

Bild 1 von 10

Wählen Sie zunächst das Medium (Kamera oder Kartenleser), von dem Sie die Daten retten wollen.

Wenn Sie Schritt 4 überspringen, durchsucht PhotoRec den Datenträger nach allen im Programm hinterlegten Dateitypen, insgesamt über 320. Das ist nützlich, wenn Sie nicht genau wissen, welche Arten von Dateien sich auf einem defekten Datenträger befunden haben.

Verwandte Artikel