Schon der Titel ist Understatement: Was “Darmstädter Tage der Fotografie” heißt, ist in Wahrheit ein Festival von internationaler Dimension. Freilich ein Festival, das in Darmstadt stattfindet. Die Darmstädter Tage der Fotografie wurden 2004 von einer Gruppe Fotografen gegründet. Das Festival soll relevante Themen setzen und den interdisziplinären Diskurs in der Fotografie fördern. Ein Wochenende lang beleuchten zahlreiche Aktionen ein Schwerpunktthema – dieses Mal “Die erzählte Zeit” – aus unterschiedlichen Perspektiven.
Neben den etablierten Fotografen der Hauptausstellung bekommen auch Nachwuchskünstler die Chance, ihre Sichtweisen und fotografischen Ansätze an den unterschiedlichen Ausstellungsorten zu zeigen. .
Das Jahresthema 2010: Jetzt – Die erzählte Zeit
Zeit als zentraler Begriff in der Fotografie beinhaltet sowohl den technischen Aspekt in der Bilderzeugung als auch die inhaltliche Übertragung von Zeit in ein Bild. Durch Beobachtung und Interpretation wird das Zeitgeschehen erfasst. Als authentischer, erzählter oder inszenierter Moment oder als zeitlose, verdichtete oder epische Erzählung. Der Zeitbegriff erstreckt sich über alle fotografischen Genres. Reflexion über den Begriff der Zeit bietet viele Ansatzpunkte: Zeit ist ewig, vorbei, latent, eine Momentaufnahme, ein Projekt, der Schnappschuss, eine Sequenz, Zeit ist biografisch, Prosa, Mode, Zwischenzeit – jetzt ist irgendwie immer.
Neben der Hauptausstellung im Designhaus, die Positionen von 12 zeitgenössischen Fotokünstlern zeigt, gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm an 12 weiteren Orten in der Stadt. Über ein Auswahlverfahren wurden 40 Künstler bestimmt, deren Arbeiten das Spektrum erweitern und abrunden.
Der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt bietet eine weitere interessante Ausstellung im Rahmenprogramm. Die Studierenden aus Darmstadt unter Prof. Dr. Kris Scholz und Prof. Michael Kerstgens treten mit ihren Projekten in einen visuellen Dialog mit Arbeiten von Studierenden der FH Bielefeld unter Prof. Emanuel Raab und Prof. Roman Bezjak. Diese Ausstellung ist im Foyer der Hochschule zu sehen und bildet den Rahmen für das Symposium, das am 24. April in der Aula des Fachbereiches zu Gast ist.
Für die Rundfahrt zu den Ausstellungen in der Stadt steht allen Besuchern ein Shuttleservice zur Verfügung. Ausstellung und Rahmenprogramm sind für alle Besucher kostenlos, eine Tageskarte für den Besuch des Symposiums kostet 10 Euro. Das komplette Programm und weitere Informationen finden Sie unter www.dtdf.de
Hier eine Video-Zusammenfassung des Festivals 2009:






