Autofokus, Bildstabilisator, Belichtungsautomatik: Alles Schnickschnack für fotografische Warmduscher. Echte Kerle (und natürlich auch deren weiblichen Pendants) brauchen nicht einmal ein Objektiv. Jedenfalls nicht am 25. April, dem diesjährigen Worldwide Pinhole Photography Day.
Die Organisatoren dieses fotografischen Events haben ein paar einfache Regeln festgelegt: Der Pinhole Day findet jährlich am letzten Sonntag des Monats April statt. An diesem Tag sind alle Foto-Enthusiasten weltweit aufgerufen, ihre Fotos mit einer einfachen Lochkamera aufzunehmen. Anschließend – bis Ende Mai – hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, eine seiner Aufnahmen einzuscannen (falls er sie nicht gleich digital erstellt hat) und auf die oben genannte Website zu laden, wo sie in die Galerie aufgenommen wird.
Die Initiatoren betonen, dass zwar jeder aufgerufen ist, sein bestes Lochkamera-Foto zu übermitteln, es sich bei dem Event aber nicht um einen Fotowettbewerb handelt, da jede Pinhole-Aufnahme einzigartig ist.
Woher nehmen?
Oma brauchen Sie erst gar nicht zu fragen: Schon die Kameras der fotografischen Frühzeit nutzten Linsen, und Oma wird es auch nicht mögen, wenn Sie an ihrer Fotorarität herum bohren, schleifen und kleben.
Eine (auch digitale) Spiegelreflexkamera kann allerdings problemlos (und nahezu zerstörungsfrei) in eine Pinhole-Kamera umgerüstet werden: Sie bohren einfach ein Loch in den Deckel des Kamerabodys, das Sie mit Hilfe eines aufgeklebten, mit spitzer Nadel gelochten Stückchens Alufolie noch verkleinern können: Je kleiner und runder das Loch, desto schärfer die Aufnahmen, aber desto länger auch die erforderliche Belichtungszeit. Die Wikipedia bemerkt dazu ebenso klug wie praxisfern:
In den physikalischen Grenzen der Strahlenoptik erzeugt ein unendlich kleines Loch eine unendlich scharfe Abbildung, die jedoch unendlich lichtschwach ist.
Und wer nicht selbst den Bohrer schwingen möchte, findet, u. a. bei Ebay, für 25 bis 30 Euro “Lochkamera-Kits”, bei denen es sich im wesentlichen um präzise gebohrte Gehäusedeckel für die gängigen Spiegelreflexmodelle handelt.
“Echte” Lochkameras mit einer kleinen, kreisrunden und linsenlosen Lichtöffnung und einer Transportführung für Kleinbildfilme sind mittlerweile ebenfalls auf dem Markt, beispielsweise bei dem auf analoge Fotografie spezialisierten Internethändler Spürsinn. Doch wer es lieber etwas individueller mag, kann sich auch aus einem Schuhkarton, einer Keksdose oder einer beliebigen anderen lichtdichten Schachtel eine höchst individuelle Pinhole-Kamera basteln. Eine Reihe von Möglichkeiten, Ihre eigene Pinhole-Kamera zu basteln, haben die Initiatoren unter http://www.pinholeday.org/support/ verlinkt.







One Comments to “Loch statt Linse: Am Pinhole Day bleibt der Lichtstrahl ungebremst”
[...] letzten Sonntag im April eines jeden Jahres ist “Pinhole Day”, wie schon im Artikel Loch statt Linse… erwähnt. So mancher nimmt sich von Jahr zu Jahr vor, daran teil zu nehmen, doch plötzlich ist [...]