Das Internet ist – man mag dazu stehen, wie man will – ein Selbstbedienungsladen. Alles, was Sie im Internet veröffentlichen, kann ein anderer kopieren und auf seine eigene Website übernehmen. Haben andere Ihre Texte verwendet, finden Sie das relativ leicht mit einer herkömmlichen Suchmaschine heraus. Bei Bildern ist das eine andere Sache – aber kein Ding der Unmöglichkeit.
Die Suchmaschine TinEye ist genau darauf spezialisiert. Anders als Google und Co. sucht TinEye nicht einfach nach dem Dateinamen, nach dem Bildtitel oder anderen Text-Informationen, sondern erstellt aus dem Bildinhalt eines gesuchten Bildes einen Fingerabdruck, für den es dann Entsprechungen in seinem Index sucht. Dabei entdeckt TinEye auch Varianten, die beschnitten, skaliert oder anderweitig bearbeitet wurden.
Sie können TinEye auf zwei Arten nutzen: Sie laden entweder ein Foto von Ihrer lokalen Festplatte hoch (hier limitiert TinEye allerdings die Dateigröße auf maximal ein Megabyte), oder Sie tragen eine Url ein, unter der Sie Ihr Bild im Web veröffentlicht haben. TinEye sucht einige Sekunden, und listet dann die Websites auf, die Fotos mit hinreichend ähnlichen Fingerabdrücken verwenden.
TinEye eignet sich nicht nur, um “gestohlene” Fotos aufzuspüren. Wer seine Bilder unter einer Creative Commons-Lizenz zur Verfügung stellt, oder sie als Bestandteil einer Presseaussendung verwendet hat, kann damit auch die Beliebtheit seiner Bilder oder den Erfolg seiner Pressekampagnen überprüfen, und feststellen, wo diese Bilder ganz legitim zum Einsatz kommen. Für den Internet Explorer, den Mozilla Firefox und den Google Chrome finden Sie unter http://www.tineye.com/plugin Plugins, mit denen Sie sich die Suche erleichtern können. Nach deren Installation können Sie direkt aus einer beliebigen Website heraus nach Pendants der dort gezeigten Fotos suchen lassen.









Es sollte allerdings nicht verschwiegen werden, dass der Suchindex von TinEye mit zur Zeit knapp 1,4 Milliarden Bildern recht überschaubar ist. Man braucht schon recht viel Glück um damit seine Bilder woanders wiederzufinden.
Das stimmt leider – obwohl ich durchaus ein paar meiner Fotos (genehmigt) auf anderen Websites wiedergefunden habe. Mit einem Index, wie ihn Google hat, wäre TinEye wesentlich leistungsstärker – vielleicht greifen die Jungs aus MountainView die Idee ja mal auf (oder kaufen TinEye, was den Betreibern einen luxuriösen Lebensabend sichern würde).
Ich habe mir da jetzt einmal einen Account zugelegt und beobachte das mal.
Aber beispielsweise liegen 2 meiner Fotos bei Wikipedia bzw. WikiCommons. Die wurden nicht ausgelesen.
Und Dirk: die Fotos von dir, die unter CC – Lizenz stehen, hattest du die bereits als Upload bei TinEye oder wurden die über die Keywords gefunden?
Nö, meine habe ich mit dem Chrome-Plugin von meiner Website aus gesucht und anderswo gefunden. Aber es stimmt schon, von “umfassend” kann beim Tineye-Index leider noch keine Rede sein.