Zum zwanzigsten Jubiläum des beliebten Fälscherwerkzeugs Photoshop hat Stefan Kohrs, Betreiber des Blogs Shockmotion, zu einer ausgefallenen Blogparade aufgerufen: “Deine beste Fälschung” möchte er sehen und legt gleich mit einem sehenswerten – und gar nicht so schwer nachzuahmenden – Beispiel vor: Mit einer relativ simplen Spiegelung hat er die Orangiere im Auepark von Kassel optisch aufgewertet und einen hässlichen Betonklotz, der zuvor im Hintergrund das Auge beleidigt hatte, ins digitale Nirwana geschickt.

Gegen Stefans edles Bild nimmt sich mein Beitrag eher schnappschusshaft aus. Das macht es aber nicht eben einfacher, die Fälschung zu erkennen:

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Das Making-Of

Die Fälscherei erwies sich bei diesem Bild als ausgesprochen arbeitsintensiv: Zunächst stellte ich sämtliche Automatikfunktionen meiner Kamera ab: Weißabgleich, Blende, Belichtung und Fokus mussten ja auf allen Aufnahmen identisch sein. Als Beleuchtung diente zunächst das durch die Fenster fallende Tageslicht, und das entzog sich meiner Kontrolle: Mal schob sich dichte Bewölkung vor die Sonne, mal entfaltete sie ihre ganze Strahlkraft – gleich drei in Tönung und Helligkeit absolut identische Aufnahmen hinzubekommen, schien nahezu unmöglich. Nach dutzenden von Aufnahmen, immer verbunden mit einem hektischen Wechsel der Bekleidung, beschloss ich, die Aufnahmen am Abend ohne das launische Tageslicht zu wiederholen. Ich entschied mich nach einigen Dutzend weiterer Aufnahmen, für die folgenden drei – das bewegungsunscharfe dritte Bild passte letztlich besser zur Gesamtstimmung als die, auf denen ich komplett reglos da stand.

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Die abschließende Bearbeitung in Photoshop Elements war dagegen ein Kinderspiel: Den Typen mit dem Ledermantel holte ich mit dem Lasso aus seinem Bild, den mit der Kamera ebenso. Beide pflanzte ich anschließend passgenau als neue Ebenen auf das erste der drei Fotos, fügte die Ebenen zusammen und entzog dem Bild die Farbe.

Hier noch zwei Fälschungen aus den tagsüber entstandenen Aufnahmen:

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Wer sich an solchen Fälschungen versuchen möchte, ohne von Wohl und Wehe der Bewölkung abhängig zu sein, sollte es am besten gleich bei Kunstlicht versuchen – oder extrem schnell arbeiten. Höllisch aufpassen müssen Sie je nach Lichtsituation auch auf den Schattenwurf – wenn der an einer entscheidenden Stelle fehlt, ist Ihr Schwindel schnell entlarvt.

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