“Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind”, soll der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger gesagt haben. Recht hatte er: Vater Staat und Mutter Google, Gangster und Marketing-Unternehmen – sie alle wollen wissen, wer Sie sind: An was Sie glauben, wie viel Sie verdienen, und wofür Sie Ihr Geld ausgeben, womit Sie Ihre Freizeit verbringen, mit wem Sie das Lager teilen… Die einen errechnen daraus, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie demnächst einen Terroranschlag verüben werden, oder ob Sie bei Ihrem Hartz IV-Antrag oder der Steuererklärung geschummelt haben. Die anderen orakeln, wie sie Ihnen ihre Produkte und Leistungen am besten verkaufen können, oder mit welchen Tricks Sie am leichtesten über den Tisch zu ziehen sind.

Wer das Internet aktiv nutzt, macht es den Datensammlern oft leichter, als unbedingt nötig: Diskussionsforen, Blogs, Chats, E-Mail, das ist nur gefühlt “private Kommunikation”. In Wahrheit ist sie höchst öffentlich, und was Sie dort zu sagen haben, lässt eine Menge Rückschlüsse zu. Nun gibt es eine Reihe von Verfahren, die nicht-öffentliche Kommunikation im per se öffentlichen Internet ermöglichen, aber schon Begriffe wie VPN, GnuPG oder SSL lösen bei technisch nicht ganz so versierten Anwendern Unbehagen aus.  Eine altbewährte Technik, um vertrauliche Nachrichten auszutauschen, nennt sich “Steganografie” – das Prinzip beruht nicht auf Verschlüsselung, sondern darauf, dass Dritte von der eigentlichen Kommunikation überhaupt nichts bemerken.

Dazu bieten sich Fotos geradezu an: Sie können Fotos auf Ihrer Website veröffentlichen, auf Internetportalen ausstellen oder direkt per E-Mail an den beabsichtigten Empfänger schicken. Das tun täglich Millionen von Menschen. Aber nur wenige nutzen diese Möglichkeiten, um Nachrichten oder Dateien jenseits des Offensichtlichen zu übermitteln.

stegano-net Ein Hilfsmittel, um Textnachrichten oder komplette Dateien in Fotos zu verstecken, ist die Software Stegano.NET, die Sie unter svenomenal.net herunter laden können. Um Nachrichten sicher in Ihren Bildern unterzubringen, gehen Sie genau nach der hier beschriebenen Vorgehensweise vor.

  1. Öffnen Sie zunächst ein Bild (vom Typ .JPG oder .PNG) mit einem Klick auf “Datei öffnen…”;
  2. Tragen Sie in das Feld “Verschlüsselung” ein Kennwort ein, das zur Sicherheit aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen bestehen sollte, und setzen Sie ein Häkchen in das Feld “Aktivieren”;
  3. Schreiben Sie in das Feld “Text” die Nachricht, die Sie in Ihrem Bild verbergen möchten. Klicken Sie danach unbedingt auf “Verbergen…”, um die Nachricht im Bild zu verstecken.
  4. Klicken Sie abschließend auf “Geheimnis speichern”, und speichern Sie das Bild unter einem neuen Namen ab.

Wollen Sie (oder jemand anders) die Nachricht später lesen, geht das nur mit Stegano.Net und dem von Ihnen festgelegten Kennwort. Dazu öffnen Sie die Bilddatei mit der Software, tragen das Kennwort ein und klicken auf “Sichtbar machen”. Bei einem falschen Kennwort bleiben die Felder “Text” und “Dokumente” ganz einfach leer.

Da es keine Fehlermeldung gibt, können Dritte so nicht feststellen, ob in Ihrem Bild überhaupt eine Nachricht versteckt ist. Auf ein zuverlässiges Passwort sollten Sie dennoch nicht verzichten: Inzwischen gibt es Software, die mit Hilfe statistischer Analyse in der Lage ist, Bilder aufzuspüren, in denen mit großer Wahrscheinlichkeit Nachrichten versteckt sind. Dann dient Ihnen das Passwort als zusätzliche Absicherung.

Update: Wie Leserin Tanja korrekt anmerkt, gibt Stegano.Net bei Angabe eines falschen Kennworts sehr wohl eine Fehlermeldung aus (siehe unten). Die lässt allerdings keine Aussage darüber zu, ob ein bestimmtes Bild überhaupt eine versteckte Nachricht oder Datei enthält.

Verwandte Artikel