Perspektivische Verzerrungen, häufiger unter dem Begriff “stürzende Linien” bekannt, entstehen, wenn das aufgenommende Objekt – in der Regel ein Gebäude – sich nicht parallel zur Fläche des Bildsensors befindet. Die weiter vom Bildsensor entfernt liegenden Bildpunkte scheinen sich dann einander anzunähern. Wer diesen Effekt schon bei der Aufnahme vermeiden möchte, benötigt entweder ein Shift-Objektiv, oder muss das Gebäude aus einem möglichst großen Abstand aufnehmen, um den Bildsensor wenigstens annähernd parallel zur Gebäudefront halten zu können. Das eine ist teuer, das andere oft zu umständlich oder gleich ganz unmöglich.
Inzwischen bieten eine ganze Reihe von Bildbearbeitungsprogrammen die Möglichkeit, perspektivische Verzerrungen zu korrigieren, eine davon haben wir bereits hier vorgestellt. Eine der bequemsten Möglichkeiten bietet aber ausgerechnet eine Freeware: ShiftN, die Sie unter www.shiftn.de herunter laden können. Während typische Ein-Klick-Optimierer sonst oft nur halbe Arbeit leisten, liefert ShiftN auch bei komplett automatischem Ablauf eindrucksvolle Resultate.
Um perspektivische Verzerrungen zu korrigieren, öffnen Sie das betreffende Foto ganz einfach mit ShiftN. Dann genügt (oft) ein Klick auf “automatische Korrektur”, um das Bild ins Lot zu bringen.
ShiftN ermittelt zunächst die halbwegs vertikal verlaufenden Bildlinien. Ausgehend von diesen Segmenten bestimmt die Software dann in einem Optimierungsprozess diejenige perspektivische Abbildung, die die vorhandenen Linienstücke bestmöglich parallel zueinander – und zu den Bildrändern – anordnet. Dabei werden notwendiger Weise Teile des Bildes gestaucht, sodass die Bildkanten nicht mehr rechteckig verlaufen.
Nach einem Klick auf “Speichern und Beenden” oder den Menüpunkt “Datei/Ergebnis speichern” beschneidet ShiftN die Bildkanten, und speichert das Resultat in dem Ordner, aus dem das Original stammt. In der Standard-Einstellung hängt ShiftN an den Dateinamen die Zeichenfolge “_ShiftN” an.
Wer mit den Resultaten der voreingestellten Parameter nicht zufrieden ist, kann über die Menüpunkte “Einstellungen/Parameter” und “Einstellungen/Art der Ausgabe” die Arbeitsweise seinen Vorstellungen anpassen. Wer zum Beispiel ein weniger perfektes, mitunter natürlicher wirkendes, Ergebnis wünscht, kann den “Korrekturfaktor” von 100 auf 80 Prozent senken, und wer lieber selbst festlegt, wo die Schnittkanten verlaufen sollen, kann die Option “Bilder automatisch beschneiden” auch deaktivieren.








