Stromleitung, Mülltonne, Exfrau: Viele Aufnahmen sähen ohne solche “Schönheitsfehler” gleich noch einmal so gut aus. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme bieten einen Klonpinsel, um diesen Bildmängeln zu Leibe zu rücken. Der ersetzt das störende Objekt durch Pixel aus der Umgebung. Doch die Arbeit mit den Klonpinsel erfordert Zeit und Sorgfalt. Wer beides nicht investieren möchte, kann sich seit kurzem mit der unter Windows lauffähigen Software Inpaint behelfen.

vorher Auch Inpaint arbeitet nach dem Klonpinsel-Prinzip, allerdings weitgehend automatisch. Die Ergebnisse werden um so ansehnlicher, desto weniger detailreich der Hintergrund in der unmittelbaren Umgebung des Objekts ist. Optimal sind zum Beispiel ein wolkenloser Himmel, eine Wasserfläche oder eine Wiese. Aber auch eine unregelmäßige Struktur aus Steinen und Büschen, wie auf den Beispielbildern, liefert mitunter ansehnliche Resultate. Aufwändiger wird die Bearbeitung, wenn das Objekt sichtbare Schatten wirft. Notfalls lassen sich diese Schatten aber in einem zweiten Arbeitsgang eliminieren.

markieren Die ganze Arbeit mit Inpaint besteht darin, ein Polygon um das unerwünschte Objekt zu zeichnen. Wichtig dabei: Das Polygon muss das Objekt von außen umschließen, denn Inpaint ersetzt nur die Bildpunkte, die sich innerhalb dieses Polygons befinden. Die einzelnen Eckpunkte des fertigen Polygons lassen sich im Fall eines Falles bei gedrückter linker Maustaste verschieben, bis sich das Objekt komplett innerhalb der Markierung befindet. Danach genügt ein Druck auf die “Run”-Schaltfläche, um den Rechenvorgang zu starten. Je nach Leistungsfähigkeit Ihres PCs, Auflösung des Fotos und Komplexität des Randbereiches vergeht nun einige Zeit. Sie können währenddessen beobachten, wie sich das störende Objekt in Wohlgefallen auflöst.

nachher Sind die Berechnungen abgeschlossen, ist das Objekt in aller Regel verschwunden. Da Inpaint sich an den Pixeln im Randbereich des vom Anwender vorgegebenen Polygons orientiert, hat diese Auswahl wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Resultats. Wenn die “Extraktion” im ersten Anlauf nicht perfekt gelingt, genügt ein Klick auf “Undo”, um einen neuen Versuch zu starten.

Hersteller Teorex bietet die Software in mehreren Lizenzvarianten an. Eine “Personal License” kostet derzeit knapp 40 US-Dollar, bei kommerzieller Verwendung werden knapp hundert Dollar fällig. Demnächst will der Hersteller Inpaint auch als Plugin für Photoshop anbieten. Wer Inpaint lediglich testen möchte, kann die Software aber auch kostenlos herunter laden – ein Speichern der bearbeiteten Bilder ist ohne Registrierung allerdings nicht möglich.

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