Kaufen Sie Spiegelreflexkameras – bald gibt’s nämlich keine mehr. Prestigeobjekt, Kompetenznachweis, Qualitätsgarant – das war einmal. Vorbei sind die Zeiten, als eine wuchtige Nikon mit nicht minder wuchtigem Objektiv genügte, um auf Veranstaltungen ohne Umschweife in den Fotografengraben gebeten zu werden, zur Not auch ohne Presseausweis oder Redaktionsauftrag. Vorbei auch die Zeiten, als derlei Foto-Equipment genügte, um sich als “Urlauber mit Niveau” aus der Masse der Pauschaltouristen heraus zu heben. Die Zeit der Klappspiegelschwinger geht dem Ende entgegen.
Grund 1: Spiegel sind überflüssig
Der Klappspiegel ist ein Relikt aus vor-digitaler Zeit. Seinerzeit pflegte er das einfallende Licht in den Sucherschacht umzulenken, und wurde weggeklappt, wenn es galt, eben dieses Licht auf den Film (und dann später den Bildsensor) fallen zu lassen. Sein Daseinszweck bestand darin, dem Fotografen vor der Aufnahme eine annähernd exakte Vorschau des zu erwartenden Bildes zu zeigen – dafür gibt es heute Kameradisplays und elektronische Sucher. Man denke an den Marketing-Wirbel, den die Kamerahersteller um die ersten Spiegelreflexkameras mit “Live View” gemacht haben – bei spiegel-losen Kompakt- und Bridgekameras war das schon Jahre zuvor eine absolute Selbstverständlichkeit.
Grund 2: Spiegel klappern
Seit jeher verfügen die gehobenen Modelle unter den Spiegelreflexkameras über ein Merkmal namens “Spiegelvorauslösung”. Mit gutem Grund: Beim Wegklappen versetzt der Spiegel die Kamera in eine (wenn auch minimale) Vibration. Beim Fotografieren mit langen Belichtungszeiten und Brennweiten wirkt sich diese Vibration nachteilig auf die Bildschärfe aus – zu deutsch: Die Aufnahmen verwackeln ein wenig. Moderne Systeme zur Bildstabilisierung mögen das kompensieren, aber wozu ein Problem kompensieren, wenn man es gleich ganz vermeiden kann?
Grund 3: Spiegel beschlagen, verkratzen und verstauben
Ein Kratzer oder Staubkorn auf der Spiegeloberfläche wirkt sich nicht qualitätsmindernd auf die Aufnahmen aus – aber nervt den Fotografen ganz gewaltig. Und früher oder später gerät ein solcher Fremdkörper in den Spiegelschacht, allen Selbstreinigungssystemen zum Trotz. Die Service-Mitarbeiter der Fachgeschäfte mag das freuen, die Hersteller von Reinigungszubehör ebenfalls. Aber für den Endverbraucher ist es ein reines Ärgernis.
Grund 4: Spiegel brauchen Platz
Dass Spiegelreflexkameras so schön groß und wuchtig sind, verdanken sie nicht zuletzt der Spiegelmechanik. Die braucht nun einmal Platz im Kamerabody. Aber je sperriger und schwerer eine Kamera ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dem Fotografen zur treuen Begleiterin wird. Oder dass er sie überhaupt kauft, wenn er vorher die Gelegenheit hatte, mehrere Modelle in der Praxis zu testen.
Grund 5: Große Bildsensoren und Wechselobjektive gibt’s auch ohne Spiegel
Bis vor kurzem waren die Möglichkeit des Objektivwechsels und die Größe des Bildsensors gute Argumente, einer Spiegelreflexkamera den Vorzug vor anderen Kameratypen zu geben. Inwischen hat sich jedoch eine neue Klasse von Systemkameras etabliert, zum Beispiel die PEN-Kameras von Olympus oder, als neuestes Beispiel, die Samsung NX10. Das Micro-Four-Thirds- und das von Samsung präferierte NX-System ermöglichen den Objektivwechsel auch in der Kompaktkamera-Klasse – und die NX 10 bietet sogar schon einen Bildsensor in den bislang nur in Spiegelreflexkameras eingesetzten Abmessungen von 23,4 x 15,6 mm.
Zugegeben: Noch sind Spiegelreflexkameras in Punkto Bildqualität ihren spiegelfreien Pendants in den meisten Fällen überlegen. Aber der Abstand schrumpft in hohem Tempo. Und irgendwann wird auch der hartnäckigste Spiegel(ver-)fechter einsehen müssen, dass eine Kamera mit Umlenkspiegel nicht mehr kann als eine ohne diese Ausstattung. Nur in Sachen Gewicht und Größe wird sie wohl immer etwas mehr bieten – aber derlei Überlegenheit hatten auch die Dinosaurier zu bieten. Und was hat ihnen das eingebracht? Einen Platz im Museum. Der dürfte in ein paar Jahren auch den heute noch modernen Spiegelreflexkameras sicher sein.
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Hmm, schwieriges Thema. Ich denke in einigen Jahren könnten die Spiegel tatsächlich weg fallen, aber ob damit auch die Kameratypen verschwinden, wage ich eher zu bezweifeln.
Es wird sicherlich eher eine Wandlung der “Profi-Kameras” geben.
Trotzdem möchte ich mir nicht vorstellen ein 70-200 oder auch nur einen externen Blitz an eine Kompaktkamera zu schrauben. Zudem hat Gewicht & Größe noch immer einen enormen Vorteil:
Man hält die Kamera ruhiger und sicherer in der Hand!
Ich warte sehnsüchtig seit Jahren darauf, dass die SLR-Kameras endlich durch innovative Produkte ersetzt werden. Als die Sony DSC-F828 auf den Markt kam, war ich sofort dabei.
Diese Kamera hat zwar noch nicht die Qualität wie eine SLR, aber das Handling ist einfach ein Super-Gedicht.
Ich mache Reisefotografie http://www.culs.de und die Kamera hat mich durch dick und dünn begleitet. Ich brauchte keine Kameratasche und nichts, was mich gestört hätte. Besonders liebe ich das schwenkbare Objektiv. Dies ist ergonomisch einfach die beste Lösung, weil die linke Hand immer am Zoom-Einstellring bleibt und die rechte Hand immer am Auslöser. Besonders wenn ich in das Display von oben sehe, schwenkt der Auslöser sinnvoll mit und ich brauch meine Hand nicht so verkrampfen, wie das bei den heutigen “Neuen Kameras” erforderlich ist. Auch muss ich bei einer Displayveränderung immer eine Hand von der aktiven Fotohaltung lösen, um dies auszuführen. Es dauert länger und ist unangenehm.
Nach 120.000 Aufnahmen habe ich die Kamera Sony F828 zur Reparatur geschickt und überholen lassen und dokumentiere meine Reisen noch immer mit dieser Traumkamera. Ich verstehe nicht, dass Sony dieses Prinzip nicht weiterentwickelt und dem neuesten Stand angepasst hat. Bei jeder Neuerscheinung bin ich im Fotogeschäft, nehme ein neues Modell in die Hand, mache ein paar Aufnahmen aus extremen Blickwinkeln und die Kamera ist durchgefallen.
Liebe Sony-Entwickler, bringt endlich Eure alte F828 auf den neuesten Stand der Technik!!!
Alle Mitreisenden beneiden mich immer um diese tolle Kamera und die hat nichts mit SLR zu tun!
Hmm, aber überleg mal: ohne Spiegel würdest Du (wieder?) zum Monitorgucker werden müssen – entweder auf einen digitalen Pseudo-Sucher mit Mini-Bildschirm im Inneren oder auf die Rückseite der Kamera. Beides finde ich unglaublich blöd. Die Messsucher-Alternative z.B. bei Leica ist nett, aber für präzises Framing ähnlich ungeeignet wie die Sucher von Einsteiger-SLRs.
Ich gucke gern die Realität an, die dem entstehenden Bild zugrunde liegt, auch wenn das Klappern, Volumen und (Schwung-)Masse bedeutet.
Und bevor mir jetzt jemand mit Nostalgie-Flames daherkommt: ich bin Mitte 20, also genau das richtige Alter um noch ernsthaft s/w-Dunkelkammer gemacht zu haben und trotzdem zu verstehen, was “dieses Digital” eigentlich ist…
also ich bin grade mal 16 Jahre alt und mich fasziniert die Fotografie so sehr, denn ein Bild! Kann so viel sagen. Ich konnte es fast gar nicht glauben das man mit so etwas! Solche dinge einfangen kann. Für mich steht jetzt schon fest, dass ich auf eine richtige Spiegelreflex niemals verzichten werde und auch wen sie 5 kg schwer währe.
Man wird nie genau die gleichen Fotos machen können, weil es eben nicht die Realität ist. So ein Bildschirm kann das noch nicht und wird es warscheinlich auch nie können. den es ist irgendwie für mich unbeschreibbar, es ist so etwas das zur Fotografie dazugehört
Ich habe mein Hobby gefunden und ich bin nur für ein Foto sogar sehr weit gegangen (Landschaft), denn es ist einfach die Erinerung die bleibt.
Das ist meine Meinung dazu und ich könnte noch so viele sachen schreiben, aber ja..
MFG Miso Krsmanovic
Ich stand kurz vor dem Kauf einer Canon EOS 7 D als Ersatz für meine gute, in die Jahre gekommene 20D. Ein Artikel über diese neuen Kameras von Pamasonic und Olympus hat mich bewogen, die Entscheidung auf das Jahresende, nach der Photokina, zu verschieben.
Hauptgrund des Überlegens ist tatsächlich das Gewicht. Was nützt die SLR, wenn statt ihr doch die kleine Kompakte mitgenommen wird, weil man noch anderes Zeug dabei hat. Oft genug passiert. Kleiner Kompromiss in Qualität und Schnelligkeit wär mir der Umstieg wert. Mal sehen.