An einen Baum genagelt, bei 90 Grad gewaschen, in Cola eingelegt: Was (nicht nur Hobby-) Fotografen ihren Speicherkarten antun, ist den Mitarbeitern des Datenrettungs-Unternehmens Kroll Ontrack nur zu gut bekannt. Was Fotografen tun können, um ihre Fotos vor Datenverlust zu bewahren, damit eine teure Datenrettung erst gar nicht nötig ist, dazu gibt das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung Hinweise.
“Eine Umfrage von Symantec belegt, dass nur ein Drittel der Anwender Sicherungskopien ihrer Fotos macht“, erklärte Peter Böhret, Managing Director bei Kroll Ontrack. „Die Gefahr besteht, dass sie unwiederbringliche Erinnerungen verlieren, wenn die Speicherkarten beschädigt werden. Professionelle Anwender wie Profifotografen oder Gutachter und Sachverständige im Außendienst können dabei auch geschäftlichen Schaden davontragen.“
Die Liste der Hauptursachen für Datenverlust zeigt die Notwendigkeit auf, Bilder konsequent zu sichern. Sie macht Benutzer von Digitalkameras auf die häufigsten Probleme aufmerksam die sich oft durch einfache Verhaltensregeln vermeiden lassen.
1. Tabula rasa bei Neuformatierungen
Die Anwender vergessen oft, dass eine Neuformatierung ihrer Speicherkarte die Löschung aller darauf gespeicherten Dateien einschließlich schreibgeschützter Bilder zur Folge hat. In diesem Fall können die Daten nur von Fachleuten gerettet werden, weshalb Kroll Ontrack den Benutzern empfiehlt, sich eine Neuformatierung wirklich genau zu überlegen.
2. Ordnung macht den (Daten)-Meister
Ein häufiger Fehler ist das versehentliche Überschreiben von Bildern auf der Kameraspeicherkarte mit neuen Fotos. Das ist bei vielen Kameras leicht passiert. Dagegen hilft lediglich ein konsequentes Überspielen von Bildern. Anwender müssen dabei in eigenem Interesse überprüfen, ob digitale Bilder erfolgreich auf PC, Laptop, CD oder DVD übertragen wurden. Mit dem regelmäßigen Aufräumen der Speicherkarte verhindert man nicht nur das versehentliche Überschreiben alter Bilder. Bei heutigen Speicherkapazitäten wird ein Löschen und Überschreiben alter Bilder so in der Regel überflüssig. Wer Bilder dagegen nur bei akuter Speicherplatznot vor Ort löscht, erhöht zudem die Fragmentierung der einzelnen Daten auf dem Speichermedium und senkt damit die Erfolgsquote bei einer notwendigen Datenrettung.
3. Vorsicht ist die Mutter der Speichermedien
Werden Speicherkarten in überfüllte Koffer gestopft, können sie auf der Heimreise verbogen oder beschädigt werden. Solche Karten sind nicht mehr lesbar. Das Einwickeln von Karten in Kleidungsstücke und Verstauen in der Mitte des Koffers bietet Schutz und gewährleistet die Sicherheit Ihrer Fotos auf der Heimreise. Generell ist es von Vorteil, verschiedene kleinere Speicherkarten mitzunehmen. Dies verringert nicht nur das Risiko bei einem Diebstahl. Bei einer Beschädigung der Datenträger sind außerdem nicht alle Bilder verloren.
4. Hitze schädigt nicht nur analoge Filme
Lässt man Speicherkarten in einer Umgebung mit hohen Temperaturen liegen – beispielsweise in einem Auto, das in der Sonne steht, oder in der Nähe einer Wärmequelle wie einem Heizkörper oder Ofen – erhöht sich das Risiko eines Datenlesefehlers. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass dadurch Schäden an den Digitalfotos auf der Speicherkarte verursacht werden. Hitzeeinwirkungen können aber dazu führen, dass die Karte vom Kartenleser nicht mehr erkannt wird.
5. Beschädigungen der Kamera
Digitalkameras fallen oft in den Sand oder bekommen Spritzwasser am Swimmingpool ab, wobei das Speichermedium unter Umständen so beschädigt wird, dass die Fotos nicht mehr angezeigt werden können. Nur ein Experte kann digitale Bilder von derart beschädigten Speichermedien wiederherstellen. Das heißt, die Benutzer sollten vorsichtig sein und ihre Kameras mit einer gepolsterten Tasche bzw. einem wasserdichten Gehäuse schützen.








