Motive überall: Auf einer Reise bieten sich dem Fotobegeisterten an jeder Ecke Gelegenheiten, Aufnahmen von hohem persönlichen Erinnerungswert zu machen. Um zu einer reichen Ausbeute solcher Fotos zu gelangen, genügt es aber nicht, eine Kamera im Reisegepäck zu verstauen. An guter Planung führt kein Weg vorbei. Ein Erfahrungsbericht:
Lang hatten wir Unterlagen gewälzt, Flugpreise verglichen, uns über seine angeschlagene Gesundheit Gedanken gemacht, dann entschied ich für meinen Vater und mich: Wir fliegen. Nach Rom würde unser Weg führen, von dort aus in den Hafen von Nettuno, und dann per Segelyacht die toskanischen Inseln entlang bis nach Elba und wieder zurück. Und natürlich wollte ich von dieser Reise nicht nur meinen Vater gesund wieder nach Hause bringen, sondern möglichst auch etliche Fotos, die “Opas letztes Abenteuer” (seine Worte, nicht meine) für seine Nachfahren dokumentieren sollten. Dass ein Segeltörn hohe Ansprüche an die Robustheit der Ausrüstung stellt, wusste ich schon von meinem Mallorca-Törn im Jahr zuvor – damals hatte eine einzelne Welle meine, äußerlich eigentlich recht stabile, Bridgekamera nach dem halben Törn außer Gefecht gesetzt, und mir war nur die Möglichkeit geblieben, die zweite Hälfte mit einer Handykamera festzuhalten, die meiner eigentlichen Kamera nicht im mindesten das Wasser hatte reichen können. Na ja, Wasser hatte das gute Stück ja auch genug abbekommen.
Dieses Mal wollte ich auf Nummer Sicher gehen: In mein Gepäck kam eine neue, meiner Einschätzung nach noch robustere Bridgekamera samt einem zweiten Satz Akkus und Ladegerät, und zusätzlich – als reine Vorsichtsmaßnahme – eine kleine Kompaktkamera. Inzwischen hatte ich außerdem ein neues Mobiltelefon, das mit einer alles in allem recht brauchbaren Kamera ausgestattet war, für den äußersten Notfall. Auch dessen Ladegerät kam ins Gepäck.
Murphys Gesetz gilt auch in Rom
Beide Kameras überstanden den Flug und den Transfer unbeschadet, und auch vor den römischen Taschendieben blieb das Foto-Equipment verschont. Durch eine Warnung der Rezeptionistin vorsichtig geworden, entschied ich mich am nächsten Tag allerdings dafür, meinen Ausflug in Roms geschichtsträchtige Innenstadt nur in Begleitung meiner Kompaktkamera anzutreten, während mein Vater, den die historischen Bauten nicht sonderlich interessierten, am Hotelpool bleiben wollte und dabei auf den Rest der Ausrüstung aufpassen konnte.
Dass die Kompaktkamera nicht sonderlich rom-tauglich war, fiel mir auf, als die Mittagssonne die Engelsburg steil von oben beleuchtete (ohnehin kein gutes Aufnahmelicht, aber was bleibt einem übrig, wenn man nur einen Tag in der ewigen Stadt verbringen kann): Der Kamera fehlt, wie fast allen modernen Kameras, ein Sucher. Bei so viel Licht war, insbesondere unter Beachtung der Anfängerregel “Sonne im Rücken”, auf dem Display praktisch nichts mehr zu erkennen. Mir blieb nur, mit der Kamera in die gewünschte Richtung zu zielen und abzudrücken. Schon aus diesem Grund wäre das Fotografieren mit der Bridgekamera wesentlich angenehmer gewesen – oder wenigstens mit einer Sonnenblende für das Display, wie ich sie als Zubehör hätte gekauft haben können. Allein “hätte können” nutzte mir jetzt nichts mehr.
Bridge über Bord!
Während der fehlende Durchblick beim Fotografieren in Rom allenfalls ein mittleres Ärgernis darstellte, erwartete mich das nächstgrößere nur zwei Tage später, an Bord der “Zara”: Die Kompaktkamera hatte ich sicher verstaut, und erwartete nicht ernsthaft, sie auf dieser Reise noch einmal hervor holen zu müssen. Nachdem wir von Nettuno in Richtung Nord-Nordwest ausgelaufen waren, wickelte ich meine Bridgekamera aus dem Schlafsack, hängte mir den Kameragurt um und nahm das gute Stück in Betrieb – respektive versuchte es. Aber die selbe Kamera, von deren einwandfreier Funktion ich mich tags zuvor noch überzeugt hatte, hatte sich von jetzt auf gleich in einen überteuerten Briefbeschwerer verwandelt. Ich wechselte sämtliche Akkus ein paar Mal durch, versuchte es mit der vorsorglich mitgebrachten Ersatzspeicherkarte, betätigte etliche Male den Ein-Ausschalter – ohne Erfolg.
Also würde ich auch beim Fotografieren auf See mit der ungeliebten Kompaktkamera vorlieb nehmen müssen. In Yachthäfen kann man zwar so einiges reparieren lassen, aber Kameras gehören leider nicht dazu. Während ich mich am Totalausfall meiner Bridgekamera für “nicht schuldig” bekenne, war das nächste Problem ein klarer Planungsfehler: Meine Kompaktkamera benötigt, anders als die Bridge, einen sehr speziellen Akku, dessen Ladegerät ich zu Hause gelassen hatte. Die Tour durch Rom hatte die Kapazität des Akkus bereits kräftig beansprucht – und am dritten Törntag war deshalb auch für die Kompaktkamera Feierabend.
Zu guter Letzt blieb mir auch auf diesem Törn wieder nur das Mobiltelefon. “Damit fotografiere ich nur, wenn gar nichts anderes mehr geht”, hatte ich mir bei der Anschaffung gesagt und mich nur oberflächlich mit der eingebauten Kamera beschäftigt. Zum Glück war mein Handy dieserhalben nicht nachtragend. Aber bei der Planung für den nächsten Törn gehe ich nach Checkliste vor. Ins Gepäck kommen dann:
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Mindestens zwei gleichwertige Kameras, mit deren Handhabung ich gründlich vertraut bin; - Optischer Sucher oder Sonnenschutzklappe für das Kameradisplay;
- ein leichtes, in eingeklapptem Zustand möglichst kleines Stativ;
- Je ein Reserveakku UND ein Ladegerät je Kamera;
- Speicherkarten in ausreichender Menge und Kapazität;
- Eine separate, wasser- und stoßfeste Kameratasche;
- Kameraschutzhüllen gegen Stöße (www.cameraarmor.com) und Wasser (www.ewa-marine.de)
Ob sich Murphys Gesetz von einer solchen Checkliste beeindrucken lässt, bleibt abzuwarten. Wenn nicht, dann muss eben noch einmal das Handy herhalten.









Na da hast Du ja ein richtiges fotografisches Abenteuer erlebt, wir bereiten uns gerade auf unseren Schottland Urlaub vor – hoffe ich kann Murphy in den Highlands abhengen oder im Rock vertreiben
Gruß
Alex
Ui, die Highlands stehen auch noch auf meiner Muss-ich-unbedingt-mal-hin-Liste. Was Murphy betrifft: Im Vergleich zu Murphys Gesetz gilt das Gesetz der Schwerkraft als ‘verhandelbar’. Nichtdestoweniger: Gute Reise!