Ebenen und Zauberstab, Histogramm und Gradationskurven: Wer sich eine Bildbearbeitung mit solchen Funktionen wünschte, ohne dafür das seinerzeit noch etwas abseitige Bedienkonzept von GIMP in Kauf zu nehmen, musste dafür mehr oder minder tief in die Tasche greifen, und nebenbei noch auf die Systemanforderungen der Software acht geben. Doch Installieren war gestern: Online-Bildbearbeitungen übernehmen längst nicht mehr bloß simple Aufgaben wie das Zuschneiden, die Rotation in 90-Grad-Schritten und vielleicht noch eine Korrektur von Helligkeit und Kontrast. Sie dürften bereits jetzt manchem Software-Hersteller das Fürchten lehren, sind sie doch obendrein in der Regel auch noch kostenlos.

FotoFlexer: Ein- und Mehrklick-Optimierung

fotoflexer “The world’s most advanced online photo editor” – so wirbt FotoFlexer für sich selbst. Obwohl wir uns diesem Urteil nicht so recht anschließen mögen, ist schon erstaunlich, was die Software zu leisten im Stande ist. Bilder lassen sich von der lokalen Festplatte, aber auch von Facebook, Flickr, MySpace und anderen Plattformen importieren. Farben und Tonwerte kann eine Autokorrektur-Funktion optimieren, aber der Anwender kann auch per Gradationskurvenwerkzeug Hand anlegen. Mit je einem Mausklick lassen sich mehr als 20 Effekte anwenden, ebenso schnell sind ein Bilderrahmen oder eine Sprechblase hinzugefügt. Wer bereit ist, etwas mehr Hand anzulegen, findet aber auch Werkzeuge für die gezielte Retusche kleiner Schönheitsfehler oder das Glätten von Hautfalten. Sogar eine Ebenen-Verwaltung bietet FotoFlexer – letztere weicht in der Handhabung allerdings deutlich von den konventionellen Bildbearbeitungsprogrammen ab.

Splashup: Photoshop-Feeling

splashup Schon der erste Blick auf die Oberfläche von Splashup macht deutlich: Hier waren Photoshop-Fans am Werk. Werkzeugleiste, Ebenenpalette, Farbauswahl-Feld und Navigator, aber auch das ganze Look and Feel ähneln sehr dem Profi-Werkzeug von Adobe. Sorgen, dass potentielle Käufer zu Splashup wechseln, muss sich Adobe aber derzeit wohl nicht machen: Viele Funktionen des Bildbearbeitungs-Klassikers suchen Splashup-Nutzer vergeblich: Die Filter-Auswahl ist relativ eingeschränkt und längst nicht jeder Filtereffekt lässt sich konfigurieren, eine Farb- und Tonwertkorrektur per Histogramm oder Gradationskurven sucht man vollends vergeblich. Nichtdestoweniger eignet sich Splashup durchaus als Einstiegshilfe in anspruchsvollere Bearbeitungstechniken.

Pixlr: Heißer Tipp für Fortgeschrittene

pixlr Vorweg: Eine Alternative zu Photoshop CS 4 ist Pixlr nicht. Software-Anbieter, die den Privatanwender im Visier haben, sollten sich allerdings warm anziehen: Ebenenverwaltung, Histogramm, Gradationskurven, eine Historie, die sämtliche Bearbeitungsschritte protokolliert und mit deren Hilfe Sie jederzeit zu jedem Bearbeitungsstand zurückkehren können, ein üppiges Menü mit Filtern und Effekten und bei alldem ein sehenswertes Arbeitstempo zeichnen Pixlr aus. Zudem hat der Anwender die Wahl zwischen 23 Sprachen, darunter auch deutsch. Wer etwas Erfahrung mit Photoshop, Paintshop Pro oder Gimp hat, wird auf Anhieb mit Pixlr zurecht kommen.

Fazit: Das Niveau steigt

Noch graben Webanwendungen zur Online-Bildbearbeitung den konventionellen Profiprogrammen nicht das Wasser ab. Doch es ist überraschend zu sehen, welche Fortschritte die Entwickler webbasierter Software in den letzten Jahren erreicht haben. Wer “nur mal eben schnell” ein paar Fotos aufpeppen möchte, muss sich deshalb längst keine Software mehr kaufen. Und selbst, wenn er dabei auf Komfort-Funktionen nicht verzichten möchte (die, nebenbei bemerkt, selbst einfache konventionelle Bildbearbeitungsprogramme nicht immer bieten), findet er im Web geeignete Werkzeuge – Installation überflüssig.

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